p.m.


Vorschläge aus seinem Buch Subcoma

Zunächst benennt er die üblichen Vorschläge.

Regulationsvorschläge:
- garantierter Mindestlohn/ Grundeinkommen
- Energiesteuern
- Arbeitszeitmodelle
- Währungspolitik, Tobin-Tax, Verbesserung von WTO, IWF
- Tauschsysteme, Alternativgeld

Autonomievorschläge:
- Subsistenzperspektive
- Dritter Sektor
- Gemeinschaftsprojekte, Siedlungen, Kommunen

p.m.s Vorschlag ist dagegen Subcoma (Subsistenz/Community/A-Patriarchat).

Am ehesten können es Subcoma-Initiativen auf Quartiers-und Dorfebene sein mit 10 000 bis 20 000 Menschen.

1. Phase: Wir denken uns ein Wunder und basteln uns einen Plan:
- Aufsplitterung großräumiger Märkte in regionale Versorgungsbereiche
- Wiederaufnahme landwirtschaftlicher Nahversorgung durch Produzenten-Konsumenten-Kontakte
- Ausweitung der lokalen Selbstversorgung
- Eine “Auffanggesellschaft” übernimmt brauchbare Betriebe
- Interregionale Zweckverbände oder Beteiligungsgesellschaften zur Produktion wichtiger Basisgüter übernehmen Betriebe aus der “Auffanggesellschaft”
- Eine globale Industrie-und Ressourcenkonferenz legt einen Verteilungsschlüssel fest
- Für diesen im Vergleich zu heute bescheidenen globalen Austausch wird eine neue globale Währung (globo) geschaffen

2. Phase: Übergangskonzept “Regulierte Autonomie”
- eine allmähliche Verwandlung bestehender Nachbarschaften durch Anreicherung mit gemeinschaftlichen Elementen
- den Aufbau von Experimentalgemeinschaften, wo neue Lebensweisen exemplarisch erprobt und illustriert werden können

Folgende Vorstösse könnten unternommen werden:

- Auf allen Stufen (Gemeinde, Kanton, Bund) werden Fonds zur Antragsfinanzierung für experimentelle Gemeinschaftsprojekte geschaffen
- Geeignete Gelände werden entstehenden Aufbaugruppen im Baurecht oder gratis zur Verfügung gestellt.
- Der Bund beteiligt sich an einer nationalen Genossenschaft, die Pilotprojekte realisiert.
- Die Behörden unterstützen Projekte, die in Nachbarschaften gemeinschaftliche Strukturen schaffen: soziale Selbsthilfenetze, Tauschzentralen, Gemeinschaftsküchen, Stadt/Land-Kontakte.
- Es werden gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen, die Gemeinschaftsprojekte erleichtern.
- Eine Verwaltungsreform wird durchgeführt, die Gemeinschaftsprojekten eine grössere Selbständigkeit gibt.
- Arbeitsfreier Mittwoch wird eingeführt
- Eine nationale, vom Bund mitfinanzierte Organisation wird geschaffen, die Gemeinschaftsprojekte durch Know-How, Forschung und mit Finanzierungskonzepten unterstützt.


Ein “gutes Leben” für alle auf diesem Planeten ist theoretisch möglich mit 2 Stunden Arbeit pro Tag. Genug zu Essen, genug Energie, genug Ressourcen für alle ist da. Das Problem besteht nur darin, dass uns die losgelassene globale Arbeitsmaschine nicht in Ruhe lässt und dass sie die Welt in 2 Lager gespalten hat, die wir grob gesagt als den verarmten Süden und den in einer Konsumflut erstickten Norden bezeichnen können. Die ökologischen und ökonomischen Ungleichgewichte werden also vom Norden geschaffen und sie müssen auch dort aufgehoben werden. Unsere Lebensweise ist unmöglich, wir müssen die Arbeitsmaschine, die wir auf die Welt losgelassen haben, wieder demontieren. Der Weg zu einer nachhaltigen und gerechten Welt beginnt mit Öko-Nord.


Damit nähern wir uns einer Lebensweise an, die für alle Bewohnerinnen dieser Erde möglich wäre... Es wird etwa so aussehen müssen wie der von Öko-Nord-Plus und weit entfernt sein von dem, was wir einen normalen, westlichen Lebensstandard nennen...
Die Idee jedoch, den heutigen materiellen Lebensstandard mit technischen Tricks retten zu können, müssen wir aufgeben...
Eine solche Lebensweise würde die heutige Wirtschaftstätigkeit auf etwa 20% zusammenschrumpfen lassen, den Welthandel auf 10%, ebenso das Verkehrseinkommen, die Arbeitsplätze usw.
Trotzdem wäre es illusiorisch, sich vorzustellen, der globale Kapitalismus könne einfach durch einen Konsumentinnenstreik lahm gelegt werden. Paradoxerweise schafft er ja gerade durch sein Nichtfunktionieren lauter neue Konsumbedürfnisse, die dann wieder mit neuen Produkten, mehr Wachstum usw.

6 Stufen sozialer Organisation:
1) LMO- Lebenserhaltungsorganisation (ca. 500 Personen, etwa 60% Selbstversorgung, die Grundeinheit des Sozialen, Fussgängerbereich
Rechtsform: Verein, Genossenschaft , Aktiengesellschaft (400-1500 BewohnerInnen) Grundleistungskorb: Wohnen z.B. Wohngenossenschaften, Nahrung LMO-Restaurant, soziales Leben( offene Begegnungsräume, Mediatheken, Telefon), medizinische Versorgung (LMO-Gesundheitszentrum), Dienstleistungen (Wäscherei, Reperaturen), Ausleihdienste (Luxusautos, Apparate, CDs, Bücher etc.), eigene Produktion (Werkstätten, kleine Betriebe)

2) CA- Gemeindebereich/Quartier, ca. 15 ooo Leute, etwa 80% Selbstversorgung, der Bereich demokratischer Selbstverwaltung, Fussgängerinnenbereich
Das Quartier übernimmt folgende Aufgaben: Primar/Sekundarschule/Kindergärten, Alterspflege, Poliklinik, Ausbau und Benützungsordnung der öffentliche Räume, höhere Abfallbewirtschaftung, Umbauten, Begegnungsräume für Kultur, Hobbys usw, Bäder/ Gymnastikhallen/ Sportanlagen, einfacher Strassen-und Gebäudeunterhalt, Werkstätten, Bauhof, Fahrzeugpark usw. , Tauschringe zur sozialen Belebung des Quartiers

3) AUR- Agro-Urban Region: landwirtschaftlich-städtische Region, ca. 150 000 bis 10 Millionen Personen, 90% Selbstversorgung, Tram-und Velobereich
Einteilung in Cas, die mit LMOs Beziehungen zur umliegenden Landwirtschaft aufbauen, Kooperationszentren im Rahmen der AUR (Städte)

4) AT- autonomes Territorium, ca.10-20 Millionen Personen, 95% Selbstversorgung, der grösste Bereich alltäglicher Zusammenarbeit, Eisenbahntagesausflüge (Länder)

5) SN- subkontinentales Netz, 0,5 bis 1 Milliarde Personen, 98% Selbstversorgung, Bereich der technologischen Zusammenarbeit, Verkehr, Basisprodukte, Forschung, Spitzentechnologien

6) PO- planetarische Organisation; 7 Milliarden Personen, sorgt für die gerechte Verteilung der Weltressourcen . PO den LMO am ehesten verwandt, denn es geht um die planetarische Lebenserhaltung, global-ökologische Aufgaben: Katastrophenhilfe, Organisation gerechter Ressourcenverteilung, Schlichtung von Streitigkeiten, planetarische Verkehrswege, Zugang zu Wissen und Produkten, Koordination der Großindustrie, planetarische Kommunikation

Das Resultat ist ein gemischtes System, das sowohl auf Hauswirtschaft, Geschenken, Naturaltausch, Gemeinwerk, Gratisverteilung, Lokalmarkt, Kapitalismus, Grossindustrie, kleiner Warenproduktion, Sozialismus, Alternativgeld, Lohnarbeit und etwas Weltmarkt beruht.