Pierre Bourdieu: Interventionen, VSA 2004:


Medien:
  • Druck auf Medien z.B. durch Anzeigenkunden, Zensur, Unterordnung unter Markterfordernisse,
  • „Eines der großen Hemmnisse bei der Herausbildung von Kräften des Widerstands liegt in der Tatsache, dass die Herrschenden die Medien wie noch nie in der Geschichte kontrollieren.“
  • Die Einschaltquote- vergiftet das gesamte Feld der Medien, Kontrolle über große Unternehmen der Kommunikationsindustrie, Uniformisierung der Fernsehprogramme, Vereinheitlichung der Tageszeitungen
  • Die Abhängigkeit führt zur Uniformität, Zuschauer werden systematisch von allem ferngehalten, was es an Gutem gibt.
  • Unmöglich im Fernsehen einen kritischen Diskurs über das Fernsehen zu führen.
  • Profitlogik nicht mit Idee der Kultur vereinbar, Kunstwerk zur Ware erniedrigt

  • Die Beherrschten sind aufgrund der Politik der Entpolitisierung demoralisiert und demobilisiert.

    Erziehung und Herrschaft:
  • „In einer Gesellschaft, wo der Erhalt sozialer Privilegien mehr und mehr vom Besitz schulischer Titel abhängt, erfüllt diese Begabungsideologie, derzufolge jene, die „erben“, zu denen werden, „die dies verdienen“, eine essenzielle Legitimierungsfunktion der sozialen Ordnung.“ (S.56)
  • kulturelle Ungleichheiten ignoriert, Bildungsunterschiede danktioniert, die Begünstigten werden begünstigt, die Benachteiligten benachteiligt
  • „Die Ideologie der Begabung ist meiner Ansicht nach der Schlusstein dieses Systems. Sie ermöglicht es, sozial erworbene als natürliche und persönliche Fähigkeiten zu erleben und zu behandeln und enthebt die Lehrer der Aufgabe, denen, welchen diese Fähigkeiten nicht in ihrem familiären Milieu zuteil wurden, die Mittel zu deren Erwerb zu verschaffen....Abgesehen davon, dass die Begabungselite der Bildungselite das Gefühl gibt, dass sie das, was sie ist, zu Recht ist, trägt sie dazu bei, dass den Angehörigen der Volksklassen aus dem Schicksal, das die Gesellschaft ihnen beschieden hat, kein Ausweg bleibt, da sie unter dem Einfluss dieser Ideologie als natürliche Unfähigkeit wahrnehmen, was in Wirklichkeit nur eine Folge ihrer Benachteiligung ist.“ (S. 62/63)
  • Die Schule segnet die Ungleichheiten ab, sanktioniert und legitimiert sie
  • Die Schule mystifizierende Funktion; soziales Los mit schulischem Schicksal verknüpft, Mangel an Begabung, individuelle Natur; Entdeckung hindern, dass individuelles kollektives Schicksal ist
  • Schulsystem leistet Beitrag zur Legitimierung der sozialen und ökonomischen Ungleichheit
  • Zugang zu Positionen hängt von Titeln und Diplomen ab, Schulerfolg hängt stark von sozialen Herkunft ab; Schulsystem dient zum Verewigen der gesellschaftlichen Ordnung in ihrer gegenwärtigen Gestalt; Schule trägt zur Starrheit der Sozialstruktur bei

  • politische Sprache elitär, Sprache der Eingeweihten, man muß eine bestimmte Sprache beherrschen, über eine gewisse Bildung verfügen; Denen das Wort erteilen, die keine Sprache haben, die sonst sprachlos sind
  • Der Ökonomismus spukt in den Köpfen herum und führt zu einer Form von Fatalismus
  • niemand ist kompetenter als man selbst, wenn es um die Wahrnehmung der eigenen Interessen geht