Anti-Psychiatrie: Montagstreff in der Kreutziger Str.18


Montagstreff in der Kreutziger Str.18

5. Oktober 2015 um 18 Uhr: Alternativen zur Psychiatrie IV

2. November 2015 um 18 Uhr: Lesung zu psychiatrischen Gutachten

Veranstaltung des Montagstreffs in der Kreutziger Str.18
am 7.September 2015 um 18 Uhr

„Minderleister“ als Beschäftigte in Werkstätten für Behinderte


Seit drei bis vier Jahren geistern verschiedene Konzepte für einen sozial-integrativen Arbeitsmarkt durch die Medien. Der Vortrag wird  die wichtigsten vorliegenden Vorstellungen politischer und anderer Akteure (Sozialverwaltung) über den Umgang mit den Langzeitarbeitslosen beleuchten. Sie kreisen im wesentlichen um die neu einzuführende Kategorie der „Minderleister“, die in Werkstätten für Behinderte,  bei freien Trägern, Integrationsbetrieben  und ggf. auch auf dem ersten Arbeitsmarkt untergebracht werden sollen. Diese Beschäftigungsmaßnahmen basieren auf dem Wegfall des bisher geltenden Kriteriums der „Zusätzlichkeit“. Mit der Idee des „Sozial-integrativen Arbeitsmarktes“ wurde auch die Kategorie der „sozialen Behinderung“ eingeführt. Anders gesagt: Neben der multiplen Sklerose bildet nun auch das multiple Vermittlungshemmnis ein Behinderungsmerkmal. Wie bei jeder anderen Behinderung muss natürlich dessen „Einstufungsgrad“ bestimmt werden, damit der Prozentsatz des „Minderleistungsausgleichs“ als Lohnzuschuss für das Unternehmen ermittelt werden kann. Auf das Verfahren zur Festlegung des Grads der „sozialen Behinderung“ darf man gespannt sein.
Mittlerweile haben Bundestag und Bundesrat mehrere konkrete Vorschläge und sogar Gesetzentwürfe vorgelegt. Unter dem verschleiernden Begriff der „Rechtsvereinfachung“ befasste sich im letzten Jahr eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe mit einer Reform des passiven Leistungsrechts – einschl. des Verfahrensrechts – im SGB II. Ihre umfangreichen Rechtsänderungsvorschläge zielten vor allem auf Sanktionsverschärfungen sowie eine rechtliche Schlechterstellung  von Hartz-IV-BezieherInnen ab. Danach legte Arbeitsministerin Nahles ihre eigenen Ideen vor. Zum einen sollen die Sanktionen entschärft werden, zum anderen bis zu 33.000 Langzeiterwerbslose einen persönlichen Coach erhalten, der sie sechs Monate lang beim Einstieg ins Berufsleben unterstützt. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt dabei bis zum 18. Monat bis zu 75 Prozent des Lohns.  Zudem ist vorgesehen, rund 10.000 Frauen und Männer, die – so heißt es –  aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, in öffentlich finanzierte Beschäftigung zu bringen. Eigentlich sollte bis Mitte 2015 das Programm gestartet werden, bis heute ist aber von einer Umsetzung nichts bekannt geworden. Stattdessen wurde jüngst ein neuer Vorschlag der CDU-Bundestagsfraktion zum Umgang mit Langzeiterwerbslosen öffentlich.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wird die aktuelle Situation in den Werkstätten für Behinderte thematisiert. Viele Arbeitende dort sind unzufrieden darüber, dass ihre Beschäftigung nicht als reguläres Arbeitsverhältnis anerkannt wird. Trotz der geleisteten hochwertigen Arbeit wird ihnen die nötige Anerkennung vorenthalten. So fehlen beispielsweise die anerkannten arbeitsrechtlichen Formen zur Aushandlung einer gerechten Entlohnung wie eines angemessen bezahlten Urlaubs. Auch werden viele Beschäftigte mit bevormundenden Prozeduren bzw. Leistungskontrollen konfrontiert, die Einfluss auf die Höhe des Entgelts nehmen.  Die Frage der gerechten Entlohnung bildet darum ein zentrales Thema in den Werkstätten. Darüber hinaus stellt sich die Frage, warum der Lohnarbeit überhaupt eine entscheidende Rolle für ein „gelingendes“ menschliches Leben zugewiesen wird  und Arbeit häufig auch als therapeutisches Mittel zum Einsatz kommt. Auch im Rahmen der neuen Behindertenrechtskonvention zielen viele  der Beschäftigungsverhältnisse zunehmend auf eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt ab – unabhängig von den Wünschen der Betroffenen in den Werkstätten selbst und der zweifelhaften realistischen Perspektive dieses Ziels.

3. August 2015 18 Uhr Veranstaltung: Alternativen zur Psychiatrie Teil III

6. JULI 2015 18 UHR VERANSTALTUNG:

ALTERNATIVEN ZUR PSYCHIATRIE TEIL II

NACHDEM WIR EINEN MONAT ZUVOR ÜBER DIE BESTEHENDEN ALTERNATIVEN WEGLAUFHAUS, SOTERIA UND KRISENPENSION INFORMIERT WURDE, SOLL HIERMIT DIE DISKUSSION ÜBER DIE GEFAHREN DER PROFESSIONALISIERUNG UND DIE MÜHEN DER SELBSTORGANISATION FORTGESETZT WERDEN. ZUDEM WOLLEN WIR IDEEN ENTWICKELN, WIE ALTERNATIVEN ZUR PSYCHIATRIE ANDERS ORGANISIERT WERDEN KÖNNTEN. NACH DEM REALITÄTSSCHOCK DIE UTOPIE

 


20. April 2015    18 Uhr    Schreibwerkstatt:
Hier versuchen wir Schreibübungen umzusetzen und dabei uns über verschiedene Themen auszutauschen.

4. Mai 2015        18 Uhr    Veranstaltung: Wohnungsfrage bei Psychiatrieerfahrenen
Viele Psychiatriebetroffene sind aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt in Krisen massiv von Wohnungs- und Obdachlosigkeit bedroht. Leute mit Messie- Problematik verlieren während Krisen oftmals sehr schnell ihre Wohnung. Betroffene, die sich in der Wohnung verfolgt fühlen, werden „freiwillig“ obdachlos und kündigen in der Krise selbst die Wohnung. Wer in der Krise von Nachbarn als „laut“ denunziert wird, kann Probleme mit dem Vermieter bekommen. Entweder landen die Psychiatriebetroffenen gleich auf der Straße oder in Obdachlosenheimen, im Betreuten Wohnen oder Therapeutischen Wohngemeinschaften. Das Geschäft mit der Wohnungslosigkeit blüht. Die Träger machen das Geld mit der Betreuung. Sie reglementieren die BewohnerInnen, nicht selten halten die Betroffenen dem Druck nicht stand und landen auf der Straße.
Mit Anne Allex, Christoph Wild und AG Recht auf Wohnen für Psychiatriebetroffene

1. Juni 2015        18 Uhr    Veranstaltung: Alternativen zur Psychiatrie
Weglaufhaus, Soteria, Krisenpension: Im Spannungsfeld von Selbstorganisation und Professionalisierung. Wir wollen über die Gefahren der Professionalisierung diskutieren, aber auch warum Selbstorganisationsprozesse von Psychiatrieerfahrenen so schwer sind.

Ort: Verein zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt, Kreutziger Str.18, Berlin- Friedrichshain (U- Bahnhof Samariterstr.)

Montagstreff in der Kreutziger Str.18

5. Januar 2015       18 Uhr       AG Alternativen zur Psychiatrie
19. Januar 2015     18 Uhr       Kreativ- und Schreibwerkstatt

2. Februar 2015     18 Uhr     Filmforum
16. Februar 2015   18 Uhr     Kreativ- und Schreibwerkstatt

2. März 2015         18 Uhr      Lesung zur Dokumentation im psychiatrischen System  
16. März 2015      18 Uhr      Kreativ- und Schreibwerkstatt

Kreativwerkstatt: Hier kann gemalt und gebastelt werden. Es können Collagen und Zines entstehen. Lasst eurer Kreativität freien Lauf.
Schreibwerkstatt: Hier versuchen wir Schreibübungen umzusetzen und dabei uns über verschiedene Themen auszutauschen.
Filmforum: Hier sollen Filme rund um den Psychiatriehintergrund gezeigt werden.
Politrunde: Erster Themenabend wird sich um die Dokumentation im psychiatrischen System drehen. Wir lesen aus Gutachten, Arztbriefen, Kurberichten etc. Außerdem wird über das Recht auf Akteneinsicht informiert. Und darüber diskutiert, wie man sich wehren kann. Denn eines zeigen diese Dokumentationen, sie sind menschenverachtend und vernichten unsere Existenz. Bringt eure Gutachten etc. mit. Sie können von uns auch anonymisiert vorgelesen werden.


Montagstreff
Jeden Montag ab 14 Uhr Offenes Cafe und Beratung
Jeden 1. Montag im Monat ab 18 Uhr Filmforum oder Themenabend
Jeden 3. Montag im Monat ab 18 Uhr Kreativ- und Schreibwerkstatt

Einzelfallhilfe /Support
Jeden Dienstag    13-16 Uhr    030/97894450

Vereinsplenum
1.Dienstag im Monat         19 Uhr

Antipsychiatrische Informations- und Beratungsstelle
Jeden Mittwoch    16-19 Uhr    030/97894436        Betroffenberatung@yahoo.de

Selbsthilfegruppe zum Ausschleichen von Psychopharmaka
Jeden Donnerstag          19 Uhr

Ort: Verein zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt, Kreutziger Str.18, Berlin- Friedrichshain (U-Bhf. Samariterstr.)    

Weglaufhaus »Villa Stöckle«
Telefon:030/406 321 46                     weglaufhaus@web.de
Weitere Informationen:
www.weglaufhaus.de