Albert Camus „Der Mythos von Sisyphos“, Rowohlt 1991


Wenn man zu denken anfängt, beginnt man untergraben zu werden.

Leere: Dann stürzen die Kulissen ein. Aufstehen, Straßenbahn, vier Stunden Büro oder Fabrik,, Essen, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, immer derselbe Rhythmus- das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das „Warum“ da, und mit diesem Überdruß, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an. „Fängt an“- das ist wichtig. Der Überdruß ist das Ende eines mechanischen Lebens, gleichzeitig aber auch der Anfang einer Bewußtseinsregung.

Sie leugnen seine tiefe Wahrheit: daß er in Fesseln liegt.

Das Absurde entsteht aus dieser Gegenüberstellung des Menschen, der fragt, und der Welt, die vernunftwidrig schweigt.
Absurde Mensch- gibt das Irrationale zu, für Hoffnung kein Platz, begreift, daß er in Wirklichkeit gar nicht frei war
Auflehnung- stellt Welt in jeder Sekunde in Frage, Gegenteil von Selbstmord

...je mehr ich schließlich mein Leben ordne und dadurch beweise, daß ich ihm einen Sinn unterstelle, um so mehr Schranken schaffe ich mir, in die ich mein Leben einzwänge
...es gibt kein Morgen. Das ist von nun an die Begründung meiner tiefen Freiheit.
Der Alltags-Mensch hält sich nicht gern auf:ihn treibt alles zur Eile.
...den unbewußten Menschen, der fortwährend irgendeiner Hoffnung nachläuft.
Ein Mensch ist mehr ein Mensch durch das, was er verschweigt, als durch das, was er sagt.

Nietzsche: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen